Die mächtigen Preise

Von Manfred Rosental

Jede Erhöhung der Preise
haut eine kleine (oder größere) Schneise –
bezahlst du sie – in deinen Kontostand.
Dein Geld wechselt in eine andere Hand.

Willst du dann nicht hinterher hinken,
musst du mit noch höheren Preisen winken
in der Hoffnung, dass sie jemand bezahlen kann.
Das hängt davon ab und kommt darauf an,

ob auch die Geldmenge mit angestiegen ist.
Geld kommt in Umlauf mit Kredit und Zins, und der frisst
gleich einen Teil des neu geschaffenen Geldes wieder auf –
ein riskantes Spiel, da kommst du von alleine drauf.

Denn versiegen die Kredite, so laufen doch die Zinsen weiter
und dazu noch Preiserhöhungen, das ist nicht heiter.
Preiserhöhungen und Zinsen – dadurch wächst die Schuld im Geldsystem.
Wächst die Geldmenge nicht mit, wird’s unbequem.

Was ist so schlimm, wenn mehr Schuld als Geld existiert?
Nun, wir sind alle darauf dressiert,
unsere Schulden zu bezahlen, zu begleichen.
Weil mehr Schuld existiert, werden die (erfolgreich) Fordernden zu Reichen.

Die Mächtigen erschufen ein Wachstumsmonster vor ca. 3000 Jahren
als sie das Geld einführten, das ist es, was wir heute erfahren.
Ihr Spiel heißt: Ihr müsst Geld verwenden, wir zwingen euch dazu!
Bislang hören sie nicht auf damit, sie geben keine Ruh.

Ihr heutigen Mächtigen, das kann kein gutes Ende nehmen –
wohin sollen wir denn wachsen auf einem begrenzten Planeten?
Und womit sollen wir wachsen, wenn die Ressourcen versiegen?
Ihr Mächtigen, am Ende werdet ihr euch um sie bekriegen.

Knappe Ressourcen, knappes Land und knappes Geld durch steigende Preise –
bemerkt ihr es nicht, dass uns das alles verbindet in einer Weise,
die uns voneinander trennt und zu Konkurrenz und Kriegen führt.
Das ist nicht die Welt und Lebensweise, die uns gebührt.

Ihr Mächtigen, einst – vor dem Geld – habt ihr Opfergaben eingesammelt.
Sie in eure Scheunen gebracht und diese verrammelt.
Damals hattet ihr noch wirkliche Macht,
denn die Gaben wurden direkt zu den Menschen gebracht.

Bei euren Opferfesten wurden alle satt und glaubten euch.
Heute hingegen bekommen wir von euch ein Zeug,
das ihr „Währung“ nennt. Ein Geld, das nicht „währt“,
weil es in jedem Tausch seinen Wert immer von neuem erfährt.

Ihr Mächtigen, euch glaubt man heute nicht,
weil euer Geld nicht hält, was ihr versprecht.
Das Geld verteilt sich ungleichmäßig, fließt nicht zu euch zurück -
das ist der erste Akt in diesem neuen Stück.

Der zweite ist, es dauerte nicht lang,
bis euch ein Reicher (oder mehrere) die Geldschöpfung abnahm.
Euer Geld hatte sich bei ihm angesammelt
und er hatte, wie einst ihr, seine Scheunen verrammelt.

Das Spiel der steigenden Preise hatte er schnell kapiert.
Den Reichen zu bitten, sein Geld dem Staat zu schenken, hat nicht funktioniert.
Er saß auf seinem Reichtum. Mit einem breiten Grinsen
gab er ihn nur her für – Vorteile und Zinsen.

Seinen Reichtum hatte er legal erworben.
Um eure Armut machte er sich keine Sorgen.
Ihr Mächtigen schon – euer Staat stand vor der Pleite.
Eure Beamten und Soldaten suchten das Weite.

Zu Beginn, in der Zeit der Gold-Währungen, war das so.
Was sind die Mächtigen der Neuzeit doch froh,
dass sie mit FIAT-Geld angeblich keine Limitierung der Geldmenge mehr haben.
Doch ist das so nicht wahr, möchte ich an diesem Punkte sagen.

Ich behaupte: Geld wird immer endlich sein.
Es ist menschengemacht, seht das ein.
Endlich, begrenzt ist all’ unser Menschenwerk –
verglichen mit der Unendlichkeit höherer Mächte sind wir ein Zwerg.

Wissenschaftler, Politiker, Philosophen und viele mehr
kommen mit dem Wort „Unendliches“ für Menschengemachtes daher.
Unendlich weit zählen, unendlich Geld schöpfen, ewig leben
sind einige Beispiele, um dir einen Eindruck zu geben.

Solche Formulierungen sind alle eine Irrung.
Sie sorgen im Denken für Verwirrung.
Wir können sie behaupten, schreiben, sagen – die Freiheit ist uns gegeben.
Doch ist es die Illusion, in der wir dann leben.

Die Indoktrination mit dieser Wachstums-Intrige
erfolgt von oben nach unten, es ist eine Pyramide,
die aus vielen kleinen Unterpyramiden besteht,
streng hierarchisch in denen derselbe Geld-Geist weht.

Die Pyramide ist numerisch quantifiziert – an ihrer Spitze stehen die wenigen Reichsten.
Sie haben die größte Zahl und bewegen damit am meisten.
Viele hängen an ihres Wohlwollens Tropf –
das viele Geld steigt ihnen in den Kopf.

Ich spreche hier von astronomischen Summen, von großen Dimensionen.
Von Besitzern der Banken und Konzerne mit ihren Milliarden und Billionen.
Mit ihren Banken schaffen sie Buchgeld – ihr eigenes Geld,
das neunzig Prozent der Geldmenge ausmacht und in der Wirtschaft zählt.

Doch zählt es deshalb, weil ihr Mächtigen garantiert,
dass eure Zentralbank Buchgeld in eure Währung konvertiert.
Buchgeld ist eine wahre Plage,
denn es kommt mit Zinseszins zu tage.

Durch ihn wächst die Schuld im Geldsystem exponentiell,
doch das Wachstum der Realwirtschaft ist nicht so schnell.
Woher sollen dann die Guthaben kommen geschwind,
die zur Begleichung der Zinsschuld nötig sind?

Die Lösung ist – man kann es kaum ersinnen –
mit größerem neuem Kredit, den alten zu bedienen!
Denke nun nicht, dass Banken Wohltäter sind –
nein, sie nehmen Sicherheiten dafür mein Kind.

Die Schuldner verpfänden ihr Hab und Gut an die Bank.
Die Nerven der Schuldner liegen blank.
Du erkennst – das Problem ist nicht behoben,
sondern auf spätere Zeit verschoben.

Und es wächst dadurch weiter von Sekunde zu Sekunde,
die vielen Bankrotte und Wirtschaftskrisen geben davon Kunde.
Ich kann nicht in die Köpfe und Herzen der Mächtigen sehen
und weiß es nicht und kann es nicht verstehen,

weshalb sie es nicht längst anders machen,
denn eines ist klar – es muss früher oder später wieder krachen.
Ihr Mächtigen. Die Reichen behaupten, ihr Buchgeld würde funktionieren.
Doch seit fast 3000 Jahren müsst ihr sie retten und intervenieren.

Ihr Mächtigen. Beendet die dreiste Lüge, die die Reichen weben –
im Wirtschaften mit Geld muss es immer staatliche Eingriffe geben.
Ihr Mächtigen. Ihr wollt regieren, doch tut ihr es nicht -
„Geld regiert die Welt!“ ich sage es euch ins Gesicht.

Ihr lauft dem Gelde hinterher, wie die Reichen, wie wir alle,
wir stecken in der „Konkurrenten-Falle“.
Ihr Mächtigen. Von euch geht der Zwang aus, Geld zu verwenden.
Es ist einfach und liegt nur an euch, ihn zu beenden.

Wichtig wäre es, auf den Zwang, Steuern zu bezahlen, zu verzichten.
Freiwilligkeit einzuführen statt Pflichten.
Erlaubt uns Geldvielfalt, so wie es vor dem Gelde war.
Mit vielen Tauschvermittlern, heute auch übers Internet, das ist klar.

Seht ihr, es ist die positive Kraft der Liebe,
nicht Pflicht, Zwang, Gewalt und Hiebe,
die uns ermöglicht auf dem Planeten zu überleben –
Kooperation und gegenseitiges Geben.

Das Geben und Nehmen bedürfte anderer Verteilungsformen –
nicht mehr mit Angebot und Nachfrage, den alten Normen.
Wünsche und Bedarfe könnten in Datenbanken eingetragen werden – online.
Mehr zu produzieren, als man braucht, ein kultureller Wert – das wäre fein.

Mir ist bewusst – das ist eine kühne Vision
und ich höre meine Kritiker schon.
Sie werden sagen:“Wie soll das gehen ohne Geld?“
Das ist jedoch die falsche Frage, die ihr stellt.

Die Frage ist:“Wie soll es mit Geld gehen?“
Denkt darüber nach, dann werdet ihr verstehen:
Mit dem Gelde schaffen wir es nie,
herauszukommen aus der Banken- und Konzerndiktokratie.

Ich spreche hier von anonymen Billionären,
nicht vom Arzt, Architekten, Unternehmer… den seiner Hände Arbeit ernähren.
Sie schließen mit den Mächtigen einen Pakt ohne Eile,
denn sie geben ihr Geld nur für – Zinsen und Vorteile.

„Geld regiert die Welt!“ sagt ein Sprichwort
und so geht das seit 3000 Jahren in einem fort.
Es wird auch nicht aufhören so fortzugehen,
weil die Mächtigen ihr eigenes Geld nicht verstehen.

Zu verstehen braucht ihr nur eines – Geld kann nie funktionieren.
Ich beschreibe es euch: Geld ist ein Agieren.
Es ist eine soziale Praktik, das Aushandeln des Preises,
der dann dem jeweiligen Geld zugewiesen wird – jeder weiß es.

Geld hat keinen Wert, wir geben ihn ihm in
jedem Tausch von Neuem, da steckt der menschliche Faktor drin.
Geld ist numerisch und quantifiziert damit muss
es sich „rechnen“, kommen wir zu dem Schluss.

Sich „rechnen“ heißt, Gewinn damit zu erzielen
und sind beim „persönlichen Mehr“ angekommen, das von vielen,
fast allen eingefordert wird durch höhere Preise,
die Wachstumszwang ergeben auf diese Weise.

Es müssen jedoch nicht nur die Zahlen wachsen.
Nein, auch die reale Wirtschaftsproduktion darf nicht patzen.
Auf dem begrenzten Planeten kann das Geld nicht lange funktionieren.
Man muss schon wahnsinnig sein oder werden, um das zu ignorieren.